Senats beschließt halbe Sachen in puncto Qualitätsverbesserung – Kinder brauchen Bildung, Eltern Verlässlichkeit!

Eltern nehmen Kitas in Anspruch, immer häufiger und immer lieber. Das ist gut. Aber leider nur ein Teil der Wahrheit. Sie würden noch viel lieber gute Kitas, die immer zur Verfügung stehen, nutzen. Aber das Bildungsversprechen für die Kleinsten ist noch oft nur eine Betreuungsrealität.

Eltern werden gebeten ihre Kinder früher abzuholen oder gar nicht zu bringen. Eltern werden benötigt, um Ausflüge zu ermöglichen. Die Kitas sind voller geworden und auch enger ist es in ihnen. Denn der Ausbau der letzten Jahre ging auch zu Lasten von Nutzungsräumen und Spielflächen. Daher waren die Eltern so gespannt auf den Gesetzentwurf.

Leider ist der Entwurf ein viel zu kleiner Qualitätsschritt. Er wird Kindern nicht die Bildung und Eltern nicht die Verlässlichkeit bringen, die sie sich wünschen.

„Wir Eltern setzen jetzt die Hoffnung in den parlamentarischen Prozess. Bitte korrigieren Sie den Gesetzentwurf und packen bei der Qualität eine Schippe drauf.“, sagt Norman Heise.

Konkret: Wir wollen die Verbesserung um ein Kind pro Pädagog_in ab 2016. Und diesem Schritt müssen weitere folgen, damit Berlin endlich bei den wissenschaftlichen Empfehlungen ankommt.

Die wissenschaftlichen Empfehlungen sprechen übrigens von allen Kindern und nicht nur von Kindern aus Familien mit besonderen Herausforderungslagen oder gar Wohngebieten mit benachteiligenden Bedingungen. Die nicht deutsche Herkunftssprache wird schon heute beim Betreuungsschlüssel berücksichtigt. Es braucht keine weitere Differenzierung nach Wohngebieten. Zumal das Bundesprogramm Frühe Chancen hier bereits ansetzt, dass ja gerade verlängert wurde und auch in der Diskussion ist dieses Programm weiter aufwachsen zu lassen. In Berlin sind allerdings alle Kinder von zu wenigen Fachkräften betreut. Daher fordern wir Eltern, dass es für alle Kinder eine Verbesserung gibt und nicht nur für einige.

Wir begrüßen, dass Berlin weiter das Ziel verfolgt, Bildung nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig zu machen. Wir Eltern möchten aber einen Schritt auf diesem Weg vorziehen. Wir wollen, dass die Gebühren niemanden hindern, eine Kita zu besuchen. Unsere Gespräche und Erfahrungen zeigen aber, dass die Essensgebühren für weit mehr Menschen abschreckend sind, als die noch verbliebenen Gebühren für die Krippe. Es gibt Haushalte, die für 2 oder drei Kinder die Essensbeiträge kaum vom ALGII-Aufkommen aufbringen können.

Die Gebührenbefreiuung für die Krippenjahre kann aus Sicht der Eltern noch um 1-3 Jahre verschoben werden, um Gelder für die wichtigeren Schritte freizumachen.

Beitragsfreie Kitas sind möglich und ein lohnenswertes Ziel. Aber nur wenn die gebührenfreien Kitas auch gute Kitas sind, die Eltern gern nutzen und wo Fachkräfte gern arbeiten, werden wir andere Bundesländer überzeugen, dies nachzumachen.

Wir setzen auf das Parlament und den Gesetzgebungsprozess. Die Parlamentarier_innen müssen den vorliegenden Entwurf anreichen und die Schritte, die wir auf dem Weg zu guten Kitas gehen müssen, in die richtige Reihenfolge bringen. Anregungen dazu finden sie in unserem Forderungspapier (http://www.leak-berlin.de/leak-forderungspapier/). Wir möchten an sie appellieren dieses Gesetz im Sinne unserer Kinder so zu verbessern, wie Wissenschaft und Eltern dies empfehlen und erhoffen.

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