Forderungspapier 2018

Wir haben unser Forderungspapier aktualisiert:

# Das Berliner Bildungsprogramm bietet einen verbindlichen, wissenschaftlich begründeten und fachlich erprobten Orientierungsrahmen für die Arbeit aller Berliner Kindertageseinrichtungen. Es beschreibt die Rahmenbedingungen und Grundlagen, um die Entwicklung eines Kindes zu begleiten, mit welchen Inhalten es bekannt gemacht werden soll und wie es entsprechend seines Entwicklungsstandes und seiner Neigungen gefördert werden kann.

# Die Berliner Bildungslandschaft ist vielfältig und vielseitig. Unsere Kinder werden Tag für Tag liebevoll betreut. Erzieher*innen leisten Großes für unsere Kleinsten. Aber so sehr sich die Fachkräfte auch anstrengen, sie werden die fehlenden Ressourcen nicht ersetzen können.

# Bildungsforscher empfehlen für den U3-Bereich eine Fachkraft-Kind-Relation von 1 zu 3. Berlin ist nicht nur von dieser Empfehlung weit entfernt, sondern auch vom Standard anderer Bundesländer (Vgl. LÄNDERREPORT FRÜHKINDLICHE BILDUNGSSYSTEME 2017 der Bertelsmann-Stiftung)

Zur Lösung der aktuellen Kita-Krise fordert der LEAK:

Bessere Arbeitsbedingungen für Erzieher*innen
Die Arbeitsbedingungen für pädagogische Fachkräfte müssen so gestaltet werden, dass diese ihre Arbeit gut, gerne und lange machen wollen und können. Dazu zählen wir vor allem eine spürbar bessere Bezahlung der Erzieherinnen und Erzieher, eine bessere Berücksichtigung der Arbeitsbelastungen, die neben der eigentlichen pädagogischen Arbeit stattfinden und die Schaffung von mehr Aufstiegschancen und Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb des Berufsfeldes.

Wir fordern eine Berechnung des Personalschlüssels, die die durchschnittlichen Krankheitstage der Fachkräfte ebenso in den Berechnungen berücksichtigt, wie den Urlaubsanspruch nach Bundesurlaubsgesetz. Vorherzusehende Fehlzeiten durch Urlaub und Krankheiten dürfen nicht zu Lasten der Kinder und der pädagogischen Fachkräfte gehen.

Mehr Erzieher*innen
Wir fordern vom Land Berlin weitere Anstrengungen zur Beseitigung des Fachkräftemangels. Die Werbemaßnahmen müssen sich an alle Menschen richten, die sich für eine pädagogische Tätigkeit qualifizieren wollen, unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion, etc. Um der Realität unserer Kitas gerecht zu werden, muss sich die kulturelle Vielfalt auch bei den Erzieher*innen widerspiegeln. Zusätzlich soll die Anerkennung ausländischer Abschlüsse verbessert und vereinfacht werden.

Jedes Kind zählt als Ganzes
Wir wollen, dass unsere Kinder zu 100 Prozent gefördert werden! Daher fordern wir die Abschaffung des Eigenanteils der Träger und auch der zusätzliche Bedarf für Sprachförderung muss ab dem ersten Kind zählen.

Bessere Unterstützung der Eltern
Laut der Senatsverwaltung können sich Eltern mit Fragen und Sorgen rund um die Kita an das Qualitäts- und Beschwerdemanagement, sowie die Antidiskriminierungsbeauftragte wenden. Viele Fragen und Probleme werden jedoch momentan ehrenamtlich bearbeitet. Daher wollen wir in jedem Bezirk eine Schlichtungsstelle eingerichtet wissen, die für alle Eltern erreichbar ist. Wir wünschen bei Bedarf Einblick in den Personaleinsatz in den Kitas.

Leitung stärken
Die Anforderungen an die Organisation einer Kita sind gewachsen. Die Arbeit mit Quereinsteigern und mit multiprofessionellen Teams verlangt mehr Zeit für alle in der Kita Beschäftigten. Zusätzlich wollen Eltern informiert und beraten werden. Eine gute Umsetzung dieser Anforderungen ist mit der derzeitigen Ressourcenausstattung nicht möglich. Daher fordern wir eine volle Freistellung der Leitungen ab einer Einrichtungsgröße von 45 Kindern und eine entsprechende Anpassung der anteiligen Freistellungen.

Echte Erziehungspartnerschaft ermöglichen
Mit einer Ausweitung der angebotenen Kita-Plätze kann das Wunsch- und Wahlrecht der Eltern Wirklichkeit werden. Wir brauchen daher neben den qualitativen Verbesserungen auch einen quantitativen Ausbau.

 

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